Ingrid Harks-Hanke

Malerei und Frottagen

 
 
Texte und Presse

Die Struktur der Wege – Geschichten von Unterwegs

Ingrid Harks-Hankes Ansatz in ihrer Kunst ist ein sehr persönlicher, autobiografischer.
Die Auseinandersetzung mit ihrer direkten Lebensumgebung ist immer ein zentraler Bestandteil ihres Werks – vom Auf-der-Straße-Spielen im zerstörten Nachkriegs-Berlin bis zum täglichen Fußweg zwischen Wohnung in Schöneberg und Atelierplatz in Charlottenburg, heute. Dabei richtet sie ihre Aufmerksamkeit im wörtlichen Sinne auf den Weg: das Pflaster, den Straßenbelag und dessen Begrenzungen, Zäune, Bäume, Gullys, Kanaldeckel, Zebrastreifen, kurz – alles, was unser Bewusstsein überfliegt, was wir als gegeben übersehen und uns erst auffällt, wenn es fehlt oder eine Baustelle uns den Durchgang versperrt.
Ingrid Harks-Hanke hat dieses Naheliegende zunächst mit den Mitteln der Frottage eingefangen, ... die ursprüngliche Frottage einer Baumrinde oder des Pflasters wird im Atelier behutsam koloriert, manchmal mit Schablonen übersprayt und erneut mit Frottage Elementen und Zeichnungen überdeckt. So entstehen sensible Geschichten des Unterwegs-Seins und des Beobachtens – ob aus China, Malaysia, Laos oder der Hardenbergstraße im Zentrum von Berlin.

Ingrid Harks-Hanke hat sich mit Mitteln der Frottage und des Graffitis ein eigenständiges Werk erarbeitet und Dank ihres aufmerksamen Blickes darin sanfte, poetische Alltagsbeobachtungen geschaffen.
Ich wünsche ihren seriellen Arbeiten von Herzen viel Erfolg.

Andreas Amrhein im September 2013
Quelle: Meisterschülerkatalog, Hg. Ute Wöllmann, Akademie für Malerei Berlin, Berlin 2013, S. 4-5


Presse:
Berliner Pflaster auf dem Quappenhof, Märkische Oderzeitung, 8.6.2012
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